FDP Bochum

Kreisverband

Pressemitteilungen vom 29.10.2018:

Friedhofsflächen zur Stärkung der Biodiversität nutzen. (Ratsfraktion)

Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" für neuen Ansatz im Artenschutz.

"Friedhofsflächen sind hervorragend geeignet, um ein Biotop für eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren zu bieten", erklärt Andrea Tendler, Sachkundige Bürgerin der Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" im Umweltausschuss. "Die naturnahe Nutzung des Flächenüberhangs auf Bochumer Friedhöfen ist perfekt vereinbar mit der pietätvollen Ruhe und Stille dieser Orte. Bochum soll ein Konzept aufstellen, wie wir so für mehr Biodiversität sorgen können. Andere Städte machen das schon vor."


"Friedhöfe sind Orte der Stille. Diese Ruhe bietet nicht nur zahlreichen Vögel, sondern auch Insekten, Schmetterlinge und Kleintieren gute Bedingungen. Auch vielfältige Pflanzen können sich ungestört ansiedeln. Bochum kann das gezielt nutzen und ungenutzte Friedhofsflächen als Lebensraum für Flora und Fauna entwickeln. Wir könne kleine Oasen inmitten der Urbanität schaffen", erklärt Tendler, die auch Biologin ist. Der pietätvolle Umgang mit den Flächen ist der Fraktion dabei besonders wichtig: "Mit unserem Vorschlag wollen wir sogar noch mehr Ruhe schaffen, da Pflanzenbewuchs auch Lärmemissionen schluckt."

Die sich wandelnde Bestattungskultur und die demographische Entwicklung führen dazu, dass viele Friedhofsflächen nicht mehr für Bestattungen benötigt werden. Die Nutzung dieser Flächen ist weitgehend eingeschränkt. "Anstatt die Grünflächen auf den Friedhöfen mit dem Rasenmäher aufwendig zu stutzen, können wir doch lieber der Natur einen Raum geben", schlägt Tendler vor.

Die Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" nimmt dabei Ideen auf, die bereits in anderen Städten funktionieren. "Die Stadt Berlin hat in ihrem Friedhofsentwicklungsprogramm erste Schritte für eine biodiverse Nutzung von Friedhofsflächen angestoßen. In Wien wurde der Umwelt-Muster-Friedhof Neustift insbesondere nach biodiversen Ansprüchen gestaltet. Die Stadt Tübingen lässt ihre 13 Friedhöfe nach Kriterien der Biodiversität zertifizieren und kooperiert mit der dortigen Universität. Die Umstellung konnte dabei sogar kostenneutral aus dem laufenden Budget finanziert werden. Das bietet sich auch für uns in Bochum an, wir können das Know-How der Ruhr-Universität nutzen", schlägt Tendler vor.

Die Biodiversität nimmt nach Informationen des Umweltbundesministeriums weltweit kontinuierlich ab. Biologische Vielfalt ist die notwendige Grundlage für die langfristige stabile Erhaltung der Biosphäre und damit auch für das menschliche Leben. Mit einer Anfrage im Umweltausschuss am 08.11.2018 will die Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" den innovativen Ansatz zur naturnahen Nutzung von Friedhofsflächen in Bochum für den Schutz der lokalen Artenvielfalt anstoßen.
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