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Beck: "Über 13.500 fachfremde Unterrichtsstunden in Bochum sind zu viel!" (Kreisverband)

FDP Bochum fordert 105-prozentige Lehrerversorgung als Vertretungsreserve.

Über 13.500 Unterrichtsstunden sind in Bochum im aktuellen Schuljahr an allgemeinbildenden Schulen bereits fachfremd erteilt worden. "Diese extrem hohe Zahl ist ein Ausdruck der schulischen Mangelverwaltung der rot-grünen Landesregierung", kritisiert FDP-Landtagskandidat Léon Beck. "Das Land muss bestmöglich Vorkehrungen treffen, um den Unterrichtsausfall nach Möglichkeit zu minimieren sowie gleichermaßen die Qualität zu steigern." Die FDP fordert, dass den Schulen in einem ersten Schritt eine mindestens 105-prozentige, mittelfristig eine 108-prozentige Lehrerversorgung als Vertretungs- und Gestaltungsreserve zur Verfügung gestellt wird.

 

Insgesamt 13.567 Unterrichtsstunden sind in Bochum im aktuellen Schuljahr 2016/2017 allein an allgemeinbildenden Schulen bereits fachfremd erteilt worden. Diese Berechnung geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Parlamentsanfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Ralf Witzel hervor (Landtagsdrucksache 16/14728). Fachfremder Unterricht bedeutet, dass der unterrichtende Lehrer häufig in dem entsprechenden Schulfach nie ausgebildet worden ist und keine Prüfung darin abgelegt hat.

 

"Die extrem hohe Zahl ist alarmierend", kritisiert Léon Beck, FDP-Landtagskandidat im Wahlkreis 107 - Bochum I. "Vor allem ist die Zahl der fachfremd erteilten Unterrichtsstunden gegenüber dem vorangegangenen Jahr sogar noch gestiegen. Da waren es noch 13.102. All das ist ein Ausdruck der schulischen Mangelverwaltung der rot-grünen Landesregierung."

3.690 dieser fachfremden Unterrichtsstunden sind an Bochumer Grundschulen erteilt worden. Im Schuljahr 2015/16 waren es 3.526 Unterrichtsstunden. Beck weiter: "Besonders hoch ist die Zahl der fachfremden Unterrichtsstunden auch an den Bochumer Förderschulen. 5.482 Stunden sind dort von Lehrern ohne Lehrbefähigung für das entsprechende Fach erteilt worden. Wie soll sich so ein Bildungserfolg bei Schülerinnen und Schülern, die besonderen Förderbedarf haben, einstellen?"

 

"Besonders oft mussten Lehrer in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch ohne die nötige Qualifikation unterrichten", erläutert Beck. "Auch für die Lehrer ist dies eine hohe persönliche Belastung. Regelmäßig fachfremd unterrichten zu müssen, setzt die betreffenden Pädagogen, die dabei in der Regel auf sich allein gestellt sind, unter zusätzlichen Druck, wenn sie den eigenen Ansprüchen oder denen der Schule gerecht werden wollen. Dies ist vielfach ein Spagat zwischen dem Wunsch, den Schülern spezielles Wissen und Freude an der Thematik zu vermitteln, und einer zugleich fachlichen Überforderung."

 

"Das Land muss bestmöglich Vorkehrungen treffen, um den Unterrichtsausfall nach Möglichkeit zu minimieren sowie gleichermaßen die Qualität zu steigern. Voraussetzung für weltbeste Bildung ist, dass der Unterricht tatsächlich stattfindet. Als FDP fordern wir deshalb eine Unterrichts-Garantie für alle Schulen. Dazu benötigen wir auch eine schulscharfe Erfassung des Unterrichtsausfalls und eine transparente Definition von entfallendem Unterricht. Damit in Zukunft keine Stunde mehr ausfällt, wollen wir den Schulen in einem ersten Schritt eine mindestens 105-prozentige, mittelfristig eine 108-prozentige Lehrerversorgung als Vertretungs- und Gestaltungsreserve zur Verfügung stellen", so Beck abschließend.