· 

Müssen Bochums Kunstrasenplätze 2022 geschlossen werden?

FDP Bochum fordert Übergangsfristen und Unterstützung für die Vereine.

Léon Beck, stellv. Kreisvorsitzender
Léon Beck, stellv. Kreisvorsitzender

Durch eine geplante EU-Richtlinie droht 2022 ein Verbot von Kunstrasenplätzen. „Das wäre eine echte Blutgrätsche gegen den Amateursport“, befürchtet Léon Beck, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Bochum. „Dann müssten auch auf 18 Bochumer Kunstrasenplätzen der Spielbetrieb eingestellt werden. Die Bundesregierung muss jetzt Laufbereitschaft zeigen und sich mindestens für Übergangsfristen einsetzen. Die Vereine und Ehrenamtler brauchen Unterstützung und dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden.“

In der Europäischen Union ist derzeit eine Richtlinie in Planung, mit der das Gummi-Granulat verboten werden soll, das auf Kunstrasenplätzen verwendet wird. Die Mitgliedsstaaten wären verpflichtet, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen und entsprechende Gesetze zu erlassen. Das Verbot soll 2022 in Kraft treten, der Weiterbetrieb der Kunstrasenplätze wäre dann gefährdet. „Da droht eine echte Blutgrätsche gegen den Amateursport“, findet Léon Beck, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Bochum. „Schließlich wünscht sich jeder Verein ja einen Kunstrasenplatz, weil das Spielen auf Asche für keinen Fußballer mehr attraktiv ist.“

Auch in Bochum wurden zahlreiche Plätze in der Vergangenheit saniert, so dass es mittlerweile 18 Kunstrasenplätze gibt. Einige Kunstrasenplätze werden derzeit erneuert, so zum Beispiel die Plätze Hordeler Heide und Engelsburger Straße. Auch neue Kunstrasenplätze werden geschaffen. Beck befürchtet: „Die Freude über einen sanierten oder neu geschaffenen Platz währt womöglich nicht lange, wenn wirklich ein hartes Verbot kommt. Ehrenamtler und auch die Stadt Bochum, die in die Kunstrasenplätze investiert hat, würden dann ziemlich im Regen stehen.“

Die FDP Bochum fordert daher Übergangsregelungen und sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Beck: „Wie brauchen mindestens eine Übergangsfrist von sechs Jahren, wie sie auch der DFB fordert. Die Bundesregierung sollte diesen Ball endlich aufnehmen und handeln. Wenn der Innenminister Horst Seehofer und die Umweltministerin Svenja Schulze immer nur quer spielen, anstatt Lösungen zu entwickeln, müssen womöglich auch in Bochum Vereine ihren Spielbetrieb 2022 einstellen. Soweit darf es nicht kommen.“

„Die Bundesregierung muss jetzt Laufbereitschaft zeigen. Wie von der FDP-Bundestagsfraktion gefordert brauchen wir auch auf gesetzlicher Ebene eine Lösung für den Umgang mit Kunstrasenplätzen, wir müssen die Vereine unterstützen“, so Beck abschließend.